Satellitenübertragungen

Ü-Wagen

Der Pfingst-Gottesdienst 2005 aus Fellbach wurde weltweit in mehr als 70 Länder in Bild und Ton übertragen. Somit erlebten in über 8000 Gemeinden mehr als 2,2 Millionen Gläubige, wie Stammapostel Richard Fehr die Leitung der Neuapostolischen Kirche an seinen Nachfolger, Stammapostel Wilhelm Leber, übergab und nach 17 Amtsjahren in den Ruhestand trat. Dieses bedeutsame Ereignis in der Geschichte der Neuapostolischen Kirche rückten die Mitarbeiter der Abteilung "Neue Medien" im Verlag Friedrich Bischoff ins ‚rechte Bild'.

"Darüber freuen wir uns sehr. Das ist ein riesiger Erfolg", kommentiert Abteilungsleiter Jörg Idler und sein Mitarbeiter Andreas Mauthe ergänzt: "Dass wir hier in Frankfurt gerade diesen Pfingst-Gottesdienst störungsfrei miterleben konnten, war für uns sehr bewegend. Denn in den vergangenen Jahren gab es bei den Übertragungen an Pfingsten hin und wieder Störungen."

Viel musste vorbereitet werden, ehe die erste weltweite Übertragung in der Geschichte der Bild- und Ton-Übertragungen des Verlages Friedrich Bischoff gelang. Den Wechsel im Stammapostelamt am Pfingstsonntag, 15. Mai 2005, sollten viele Geschwister auf dem gesamten Erdenrund live miterleben.

Montag, 2. Mai 2005: Im Büro von Wolfgang Schomann steht das Telefon nicht still, wollen die Mails nicht enden. Der Grund: Am Vortag ist der Gottesdienst von Stammapostel Fehr aus dem Congress Centrum Hamburg als Testsendung nach Übersee ausgestrahlt worden. Dafür standen mehrere Satelliten zur Verfügung. Nun warten die Mitarbeiter der Abteilung „Neue Medien" auf Rückmeldungen der jeweiligen Erdfunkstellen in den verschiedenen Ländern. Sie sollen melden, ob die Übertragung empfangen werden konnte und wie Bild und Ton in Tausenden von Kilometern entfernt angekommen sind. Um Probleme und Engpässe zu lösen, bleiben den Mitarbeitern der "Neuen Medien" nur noch wenige Tage.

„Wahrscheinlich müssen wir noch einmal eine Testsendung ausstrahlen". schätzt Jörg ldler. Größtes Sorgenkind: die Demokratische Republik Kongo. Dagegen ist ein anderer Engpass behoben: In Sambia kann jetzt direkt empfangen werden. Dort warteten in den vergangenen Jahren die Geschwister mehrfach vergebens auf Bild und Ton aus Europa. Nun gibt es im Land 60 Empfangsstellen; außerdem wurde eine große Empfangsanlage auf dem Grundstück der Zentralkirche in der Hauptstadt Lusaka eingerichtet. Von dort wird das Signal an eine Radio/TV Station weitergeleitet, die wiederum die ca. 3000 Gemeinden bedienen.

Donnerstag, 12. Mai: Die heiße Phase beginnt. Der Übertragungswagen fährt nach Stuttgart. An Bord: acht Brüder und Schwestern, die meisten sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie treffen gegen Mittag an der Liederhalle in Stuttgart ein. Wenig später beginnen sie, auf der Empore im "Hegelsaal" Kameras aufzubauen und die entsprechenden Leitungen zum Ü-Wagen vor der Halle zu legen. Als schließlich alles steht, wird getestet: Für die Apostelversammlung werden sechs Beamer benötigt, um die einzelnen Präsentationen in verschiedenen Sprachen zu zeigen; außerdem soll eine Kamera auf den jeweiligen Referenten gerichtet sein. Unterdessen wird von Deutschland aus eine dritte Testsendung in die Demokratische Republik Kongo ausgestrahlt - und sie gelingt. Endlich! Aufatmen. Die Verbindung steht.

Freitag, 13. Mai: In den Räumen des Verlages Friedrich Bischoff rüstet sich die Abteilung „Neue Medien" für die Pfingstübertragung. Da der Gottesdienst in Fellbach in mehr als 20 Sprachen übersetzt wird, müssen zusätzliche Übersetzerkabinen aufgebaut werden. Dafür werden Räumlichkeiten in der Druckerei Friedrich Bischoff frei geräumt. Unterdessen halten die Brüder des Ü-Teams in Stuttgart historische Augenblicke fest: Stammapostel Fehr stellt der Apostelversammlung seinen Nachfolger vor: Stammapostel Wilhelm Leber. Nach der Apostelversammlung heißt es für die Brüder und Schwestern in der schwäbischen Metropole erneut umbauen. Unbemerkt von allen Aposteln proben Chor und Orchester bis in den späten Abend hinein für die Feierstunde am nächsten Tag. Das Ü -Team schneidet alles mit für eine CD bzw. eine DVD-Produktion.

Samstag, 14. Mai: In den Räumen des Verlages und der Druckerei geht der Aufbau weiter. Die Übersetzerkabinen werden eingerichtet, verschaltet und getestet. Im Laufe des Tages treffen 31 Übersetzerinnen und Übersetzer in Frankfurt ein. Abends schauen sie sich den Vorfilm an - und sind sehr bewegt.

In Stuttgart wird am Nachmittag die Feierstunde aufgezeichnet. Danach bauen Schwestern und Brüder die Kameras und Mikrofone ab. Lediglich zwei Leitungen bleiben, weil sich die Apostel noch den Vorfilm anschauen. Als am frühen Abend die Präsentation vorüber ist, werden die letzten Kabel gezogen, in den Ü-Wagen verstaut - und ab geht die Fahrt zur Kirche in Fellbach. Dort beginnt um 20 Uhr der nächste Aufbau. Zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr wird zum letzten Mal eine weltweite Testsendung ausgestrahlt. Nach anfänglichen Problemen ist gegen 23 Uhr klar: Der Test ist gelungen. Anschließend werden letzte Vorbereitungen getroffen: Licht-, Kamera- und Tontest erfolgen; um kurz nach 2 Uhr morgens geht es ins Hotel.

Sonntag, 15. Mai: Bereits gegen 6.45 Uhr kommt es zum ersten Kontakt zwischen der Sendestelle in Fellbach und dem Verlag in Frankfurt. Um 8 Uhr werden ein Testbild und in vier Sprachen abgefasste Texttafeln auf die überseeischen Satelliten gesendet. Alle Verbindungen stehen innerhalb der ersten Stunde. Um 8.45 Uhr wird nach dem gleichen Prinzip Europa zugeschaltet. Um 9.27 Uhr wird der Vorfilm eingespielt und um 9.52 Uhr gibt es die ersten Live-Bilder aus der Kirche Fellbach. Noch acht Minuten bis zum Beginn des Gottesdienstes. In Frankfurt versuchen die Mitarbeiter noch ein Problem zu lösen: Während des Vorfilms hat sich herausgestellt, dass einige Länder keinen englischen Ton empfangen haben. Doch auch dieses Detail wird rechtzeitig gelöst. Rund um den Globus können Bild und Ton empfangen werden. Wie viele Menschen außer den 2,2 Millionen gezählten Teilnehmern dieses Ereignis verfolgt haben, wird nie herauszufinden sein. Der Grund: in manchen Ländern. z. B. in Sambia. wurde der Gottesdienst auch via Radio und TV Übertragen...

Für Abteilungsleiter Jörg Idler, seine zwei Mitarbeiter und das Ü-Team ist es der bisherige Höhepunkt in ihrer 22-jährigen Tätigkeit, die Bezirksapostel Friedrich Bischoff 1983 angestoßen hat.

(Textquelle: Friedrich Bischoff Verlag)




BILD UND TON rund um den Globus geschickt


Die Übersicht zeigt die Wege, die die Bild- und Tonsignale am Pfingstsonntag, 15. Mai 2005 von der Kirche Fellbach aus (am linken Rand der Skizze grün markiert) rund um die Welt zurücklegten.   Viele Gespräche und Verhandlungen mit Telefongesellschaften und Satellitenbetreibern waren notwendig, um die erste weltweite Bild- und Tonübertragung eines Gottesdienstes der Neuapostolischen Kirche zu ermöglichen.

 

Chronik der Gottesdienstübertragungen

Im Ü-Wagen

1983

Bezirksapostel Friedrich Bischoff beauftragt Jörg Idler, Gottesdienste aus großen Hallen in Nebenräume zu übertragen. Kamera, Leinwand und Projektor werden in einem PKW-Kombi zu den Gottesdienstorten in Rheinland-Pfalz und dem Saarland transportiert

1984

Bezirksapostel Klaus Saur weitet den Aktionsradius der Übertragungstechnik auf Hessen und Baden aus

1985

Feierstunden und Konzerte sollen vor Ort live mitgeschnitten werden. Es werden Mikrofone, Mischpult, Aufzeichnungsgeräte, zusätzliche Kameras und vieles mehr angeschafft. Alle Geräte werden In einem Kleintransporter des Verlages zu den Einsatzorten gefahren. Beginn der CD-Serien "Jugendtage live", "Männerchöre live", "Freudenklänge", "Ein Liebesbund ums Erdenrund". Gegen Ende des Jahres wird der erste Übertragungswagen gebaut - ein "mobiles Wochenendhaus" (Foto), das von nun an in Westeuropa unterwegs ist

1987

Stammapostel Hans Urwyler gründet eine Projektgruppe. Sie soll prüfen, ob die bisherigen Tonübertragungen durch Bild- und Tonübertragungen ersetzt werden können

1989

Stammapostel Richard Fehr gibt den Startschuss, Übertragungen via Satellit zu realisieren (Foto unten)

1990

Den Pfingst-Gottesdienst des Stammapostels aus Wien erleben mehr als 272 000 Geschwister in Westeuropa mit - in 830 Gemeinden in Bild und Ton via Satellit; in 110 Gemeinden nur mit Ton

1991

Gemeinden im Osten Deutschlands und in Osteuropa werden mit Empfangsanlagen und Großbildschirmen (Telboxen) ausgerüstet

1994

1313 Gemeinden in Europa sind für den Empfang von Gottesdiensten via Satellit ausgerüstet. Ende des Jahres erhält die Abteilung "Neue Medien" einen neuen Auftrag: Ist eine Übertragung aus Afrika möglich? In der Folgezeit wird das so genannte Flight-Case-Konzept entwickelt

1995

Der Einsatz der Flight-Case wird bei Gottesdiensten in Frankfurt, Kiew (Ukraine) und Kaliningrad (Russland) getestet

1996

Übertragung des Pfingst-Gottesdienstes aus Nairobi (Kenia): Die Live-Bilder aus der Hauptstadt Kenias werden bis kurz vor Ende des Gottesdienstes in Europa empfangen. Dann störte ein anderer Nutzer, der den gleichen Satelliten nutzt, die Übertragung - die Verbindung nach Nairobi bricht zusammen

1997

Ein neuer Übertragungswagen löst die bisherigen drei Übertragungswagen ab

Die digitale Sendetechnik hält Einzug. Gottes­dienste können nun verschlüsselt und zeitgleich In mehr als 20 Sprachen ausgestrahlt werden. Im Verlag wird die Abteilung "Neue Medien“ umgebaut. Es entstehen Studios, in denen Bild- und Tonkassetten in bis zu 30 Sprachen aufgezeichnet werden können, sowie Kabinen für Übersetzer. Das Dienen des Stammapostels wird nicht mehr vor Ort, sondern in Frankfurt übersetzt und live gesendet

1998

Erneuter Einsatz der Flight-Case: Anfang Oktober wird der Gottesdienst des Stammapostels aus Accra (Ghana) in Bild und Ton nach Baden-Württemberg und Bayern übertragen. Wenige Wochen später ist das Übertragungsteam wiederum im "Auslands-Einsatz": aus Lissabon-Sassoeiros wird der Gottesdienst des Stammapostels In Bild und Ton nach Nordrhein-Westfalen, Madeira und auf die Azoren gesendet

2004

Erste Bild- und Ton-Übertragung aus Rumänien: Ende März fahren die Brüder des Übertragungsteams rund 1700 Kilometer von Frankfurt nach Brasov. Von dort übertragen sie am 4. April den Gottesdienst des Stammapostels in die Gebietskirche Schweiz. Angeschlossen sind Gemeinden in Andorra, Bulgarien, Gibraltar. Italien, Kroatien, Moldawien, Österreich, Rumänien, Russland, der Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn