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Bischof für Nordhessen ordiniert

Gottesdienstbeginn
Der Gottesdienst beginnt
(14.12.2015) „… und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit …“ Diesen bekannten kurzen Satz aus Matthäus 25,10 verwendete Bezirksapostel Koberstein als Grundlage für den Gottesdienst, den er am 13. Dezember, in der Kirche Wiesbaden hielt. Von dort wurde sein Dienen nach Frankreich sowie in die von der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland betreuten europäischen Länder übertragen; in einigen afrikanischen Missionsgebieten konnte der Gottesdienst über IPTV empfangen werden. So erlebten nahezu 16 000 Gläubige mit, wie der Bezirksapostel am Ende des Gottesdienstes den bisherigen Hirten Gerd-Günther Kisselbach aus Baunatal zum Bischof für Nordhessen ordinierte.

Seit dem überraschenden Heimgang von Bischof Werner im Jahr 2011 fehlte ein weiterer Bischof im Arbeitsbereich von Apostel Lindemann. Diese Lücke konnte nun geschlossen werden. Bezirksapostel Koberstein wies darauf hin, dass der Stammapostel die Ordination von Bischöfen seit Beginn dieses Jahres an die Bezirksapostel delegiert habe. Dem neuen Bischof gab er den Rat mit, unverzagt und getrost an die neuen Aufgaben heranzugehen und dabei auf Jesus Christus, den Anfänger und Vollender des Glaubens zu schauen. „Wer zu Christus aufschaut, der offenbart ihn auch.“ Dies äußere sich unter anderem im demütigen Dienen, in liebevoller und barmherziger Zuwendung und im Wachen über alle Anvertrauten. „Sei ein Wächter über das Verhältnis der Seelen zu Christus. Wache über das Profil und über die Lehre der Kirche“, bemerkte der Bezirksapostel in seiner Ansprache. Über die künftigen Arbeitsbereiche von Bischof Kisselbach wird in Kürze entschieden. Gerd Kisselbach ist 45 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern.

Es sei für ihn eine große Freude, diesen Gottesdienst im Kreis einer großen „Familie“ erleben zu können, leitete Bezirksapostel Koberstein seine Predigt ein. Allen Geschwistern legte er einen tröstenden Gedanken ins Herz: „Ihr aber seid getrost und lasst eure Hände nicht sinken; denn euer Werk hat seinen Lohn“ (2. Chronik 15,7). Angesichts von Veränderungen in der Kirche sowie verschiedenster Zu- und Umstände könnte sich der Gedanke breit machen: Lieber Gott, was passiert jetzt eigentlich? Manches sei von uns oft nicht nachzuvollziehen. Trotz dieser Verhältnisse gelte es, die Hände nicht in den Schoss zu legen, sondern begeistert an der Arbeit zu bleiben, denn: „Der Herr ist da, auch für dich und mich.“ Der Bezirksapostel rief alle Gläubigen auf, der Führung Gottes zu vertrauen.

Bereit sein und bereitet werden – diese beiden Aspekte bildeten den Schwerpunkt im Dienen von Bezirksapostel Koberstein. Die bereitete Braut wird bereit sein und in den Hochzeitssaal einziehen.“ Sie wird auszeichnen, dass sie Christus gleich geworden ist. Dies setze aber voraus, dass sich die Braut stets an Christus orientiere. „Wozu war er bereit?“ Christus sei bereit gewesen,

  •  aus der Herrlichkeit auf die Erde zu kommen,
  •  seinen Willen völlig unter den seines Vaters zu stellen
  •  zu leiden und sich selbst zu opfern
  •  aller Diener zu sein
  •  zu vergeben. 

„Auch wir wollen bereit sein, so zu dienen wie er“, betonte Bezirksapostel Koberstein und stellte die Fragen: „Was sind wir bereit für die Kirche Christi, für unsere Gemeinde zu tun?“

Der Sohn Gottes habe zugesagt, hinzugehen und eine Stätte zu bereiten. Dann werde er wiederkommen und seine Braut zu sich nehmen. Bis zu diesem Augenblick seiner Wiederkunft, wollen wir uns weiter entwickeln und zubereiten lassen, wollen bereit sein, um dem Ruf folgen zu können: „Kommt, denn es ist alles bereitet." Diesem Ereignis wollen wir freudig und zuversichtlich entgegengehen unter dem schönen Gedanken: „Lasset uns freuen und fröhlich sein (…), denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet“ (Off 19,7).

In kurzen Predigtbeiträgen unterstrichen drei Apostel die Gedanken des Bezirksapostels. Apostel Leibfried hob in seinem Mitdienen hervor: „Auch wenn sich Dinge anders entwickeln als wir es uns vorstellen, wird Jesus kommen.“ Apostel Lindemann stellte an die Festgemeinde die Frage: „Darf es ein bisschen mehr Christus sein?“ und Apostel Haeck ergänzte abschließend: „Lasst uns den letzten Schliff anlegen.“ Apostel Opdenplatz bereitete die Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen vor.

Das Dienen des Bezirksapostels und der Apostel wurde am Altar Satz für Satz in die französische Sprache übersetzt. Musikalisch wirkten ein Kinderchor, der Bezirkschor und ein Orchester mit.


Bericht: Peter Wild
Fotos: Marcel Felde

Kinderchor
Gemeinde
Gemeinde
Apostel Leibfried (re) mit Apostel Haeck
Apostel Leibfried (re) mit Apostel Haeck
Ordination
Ordination Bischof Kisselbach
Bischof Gerd Kisselbach
Bischof Gerd Kisselbach
Blick auf das ganze Kirchenschiff
Blick von der Empore auf das Kirchenschiff (Foto: Jessica Krämer)