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Orgeln in der Gebietskirche

Pfeifenorgel Bad Hersfeld
Pfeifenorgel Bad Hersfeld

Pfeifenorgel Bad Hersfeld

Standort:  Bezirkskirche in Bad Hersfeld,
               Simon-Haune-Straße 23


Erbauer:   Orgelbau Andreas Offner, 2009

Das Werk im Einzelnen:


1. Aufbau: Die beiden Werke stehen übereinander, HW unten, SW oben, Pedal hinten und an der Wand. Rück- und Seitenwände des Schwellkastens sind aus starkwandigem Holz, das Dach und die Schwellflügel aus Acrylglas gearbeitet.
Die geringe, zur Verfügung stehende Fläche von 250 x 155 cm stellte an den Orgelbauer enorme konstruktive Herausforderungen, da jede Pfeife genügend Raum zur Aussprache haben muss und der Zugang zwecks Pflege der Orgel gewährleistet sein muss. Orgelbaumeister A. Offner hat diese Herausforderung auf eleganteste Weise gelöst. Nach dem äußeren Eindruck erwartet man eine entsprechende Aufteilung im Orgelinneren und kann nur über die räumliche Ökonomie begeistert sein.

2. Gehäuse und Prospekt: Das Gehäuse ist aus Massivholz gearbeitet und ist als excellente Schreinerleistung zu bezeichnen. Das elegant geschwungene Prospektfeld, ein Prinzipal 8’ aus 75 % igem Zinn, stellt eine Besonderheit in diesem nicht alltäglichen Kirchenraum dar.

3. Pfeifenmaterial und Mensuren: Die Metallpfeifen sind, je nach ihrem Charakter, aus Legierungen zwischen 30 und 70 % Zinn, die Holzpfeifen aus abgelagertem Fichtenholz. Sämtliche Pfeifen sind von ausgezeichneter Beschaffenheit.

Die Mensuren wurden den räumlichen Verhältnissen entsprechend berechnet.

4. Spielanlage: Die Spielanlage ist an der Frontseite des Gehäuses angeordnet. Die Registerzüge sind nach Werken rechts / links verteilt und bequem zu erreichen. Die Untertasten sind Grenadill, die Obertasten Ahorn mit Bein belegt.

5. Traktur: Spiel- und Registertraktur sind mechanisch. Durch die überlegte Trakturführung ist die Spielart sehr angenehm, auch bei gekoppelten Manualen und sogar noch bei Verwendung der Superkoppel.

6. Schleifladen und Windanlage: Der Rahmen des Windladenkörpers besteht aus einheimischem Hartholz, Schiede und Stöcke aus mehrfach verleimten Hölzern, Boden und Deckel der Windladen sind Massivplatten. Die Kanzellenquerschnitte entsprechend dem Windbedarf der Pfeifen. Die Windführung arbeitet mit kurzen Wegen, die Kanäle sind aus Holz, alle Pfeifen werden optimal mit Wind versorgt und sprechen einwandfrei an.

7. Intonation: Die Register sind ihrem Charakter und dem Raum entsprechend intoniert. Der Charaktere jedes einzelnen Registers sind gut herausgearbeitet, die Prinzipale klar und markant, in keiner Weise aufdringlich, die Flöten bringen Farbe, vor allem die vortreffliche Aliquote, der Streicher ist delikat und die Pedalregister bringen das nötige Fundament. Die einzelnen Register ergänzen sich bei Mischungen und gehen schön ineinander auf, wobei das Massivgehäuse und die günstige Aufstellung wesentlich zur Klangverschmelzung beitragen.

Obwohl eine Orgel mit gerade 14 Registern eigentlich ein kleines Instrument ist, sind Spieler wie Hörer überrascht, wie viele Möglichkeiten dieses Instrument bietet, wobei die Möglichkeiten durch vernünftige Verwendung der Oktavkoppel noch deutlich erweitert werden.

Die Orgel gliedert sich sehr gelungen dem interessanten Kirchenraum ein; ja, sie setzt einen deutlichen Akzent. Sie beherrscht den Raum klanglich, ohne ihn zu erdrücken.

Pfeifenorgel Bad Hersfeld
Pfeifenorgel Bad Hersfeld

Beschreibung

Die Orgel hat auf 2 Manualen und Pedal 14 klingende Register mit 814 Pfeifen, davon 716 aus Metall. Spiel- und Registertraktur sind mechanisch. Das Werk steht in einem Gehäuse aus Massivholz.

Disposition

Das Werk hat Normalkoppeln, eine Oktavkoppel von SW auf HW, die Schwellersteuerung ist mechanisch. Als vollmechanische Orgel hat sie bewusst keine Kombinationen oder eine Setzeranlage.
Schwellwerk                 Hauptwerk                Pedal

Holzgedackt 8             Prinzipal 8               Subbaß 16
Salicional 8                 Rohrflöte 8              Bourdon 8
Spitzflöte 4                 Oktave 4
Quinte 2 2/2               Superoktave 2
Waldflöte 2                 Mixtur 1 1/3
Terzflöte 1 3/5            Rohrschalmey 8
Tremulant