Aus Erfahrung lernen mit Bischof Axel Münster
Bischof Axel Münster berichtete in seinem Workshop über die Erfahrungen in der Jugendarbeit, die man in der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland gemacht hat. In einem ersten Teil ging er auf die zugrunde liegende Theorie ein. Im zweiten Teil zeigte er die Umsetzung dieser Theorie in der Praxis.
Als theoretische Basis für die Jugendarbeit stellte Bischof Münster kurz die wichtigsten Elemente der Erlebnispädagogig vor, wie sie von Kurt Hahn für die Erziehung in der Internatsschule Schloß Salem erarbeitet wurde.
Diese Theorie kann hier nicht qualifiziert wiedergegeben werden. Jedoch schon der theoretische Teil führte zu einer regen Fragerunde, in deren Verlauf im Übrigen nach Fachliteratur gefragt wurde. Hier verwies Bischof Münster auf den kircheneingen Verlag Friedrich Bischof, der zwei solcher Bücher anbietet. In seinem Vortrag beließ er es aber nicht bei trockener Theorie, sondern stellte auch die besonderen organisatorischen Anforderungen an ein kirchliches Umfeld vor.
Für ein praktisches Beispiel bat er zwei Gruppen von sechs Teilnehmern nach vorne. Die eine Gruppe erhielt sechs verschiedene Texte und wurde auf die linke Seite gebeten. Von dort riefen die einzelnen Mitglieder dieser Gruppe einen längeren Satz einem Partner auf der anderen Seite des Raumes zu. Aufgabe des Partners war es im Sprachwirrwar die Nachricht zu empfangen. Im Nachgang zu diesem Experiment analysierten alle Workshopteilnehmer gemeinsam das Erlebte.
Da genug Zeit verblieb konnte ein weiteres Beispiel durchgeführt werden. Bischof Münster stellte eine Gruppe von 6 Personen und eine Gruppe von 4 Personen zusammen. Der größeren Gruppe gab er einige Plastikdachrinnen und erklärte, was sie sodann mit der anderen Gruppe zusammen mit diesen Hilfsmitteln tun sollte.
All diese Details erklärte er dem Publikum jedoch nicht. Als er dann einen Ball ins Spiel brachte wurde Stück für Stück klar, dass es darum ging, diesen mittels der Rinnen rollend zum anderen Ende des Raumes und zurück zu bringen. Auch hier wurde von Axel Münster im Nachgang im Gespräch mit den Workshopteilnehmern herausgearbeitet, welche Sozial- und Lernprozesse abliefen und sodann aufgezeigt, wie diese in der Jugendarbeit der Kirche Anwendung finden können.
Die anwesenden Jugendleiter haben diesen Workshop sicherlich als wertvoll für ihre Arbeit erachtet und neue Anstöße mit nach Hause genommen.
Text: Stefan Pfütze, Bilder: Dirk Fabig