Walk the Lords Prayer
In einer Gemeinschaftsaktion von 14 Kirchenbezirken der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland entstand der Gebetsgarten oder "Walk the Lords Prayer". Den einzelnen Bezirken wurden Abschnitte des "Unser Vater"-Gebet zugeteilt. Diese wurden dann von den Jugendlichen szenisch umgesetzt. Über die ausführlichen und mit sehr viel Aufwand verbundenen Vorbereitungen berichteten wir bereits.
Als Einstieg in die Darstellung zeigten die Jugendlichen die Hand "Unseres Vaters" wie sie die Hand des Gotteskindes fasst. In Analogie dazu wurden Bilder von Eltern mit Ihren Kindern gezeigt.
Die Sequenz "Der Du bist im Himmel" wurde mit den mehrsprachigen Willkommensgruß "Welcome in heaven" eingeleitet. Danach konnten sich die Besucher auf einer Tafel "Your Name in Heaven" eintragen und anschließend in den bequemen Schaukelstühlen ein wenig im Himmel relaxen, um abschließend mit einem lieben "see you in heaven" aus diesem Teil verabschiedet zu werden.
"Dein Name werde geheiligt" stellten die Jugendlichen durch eine Äquivalenz zu "Hollywood" dar.
Das verheißene Ereignis "Dein Reich komme" wurde als Aufbauarbeit verstanden und als Baustelle dargestellt, auf der getauft und versiegelt wird, Abendmahl gespendet und Seelsorge angeboten wird. Das Ziel dieses Weges sind die ausgestreckten Arme Gottes im Himmel. Jeder, der dorthin mitkommen möchte, um zum Ewigen Leben zu kommen, konnte sich in eine lange Papierrolle eintragen.
Bei der Umsetzung von "Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden" haben die Jugendlichen eine Analogie zu den 10 Geboten hergestellt und diese wiederum alle einzeln auf Tafeln dargestellt. Idee der Jugendlichen war es, die 10 Gebote erreichbarer zu gestalten.
"Unser täglich Brot gib uns heute" haben die Jugendlichen zwar wie augenfällig als Brotbackstube dargestellt, forderten die Besucher aber mittels kleiner Karten dazu auf ihr persönliches, tägliches Brot aufzuschreiben und an Pinwände zu hängen. Der als Puppe dargestellte Obdachlose wies dabei darauf hin, wie nahe reich und arm beieinander liegen.
Hinsichtlich "Und vergib uns unsere Schuld" verdeutlichten die Jugendlichen, dass der Begriff der Schuld im Alltag vielschichtig belegt ist: Der Strafrichter verhängt gegen den „Schuldigen“ eine Strafe. Andererseits wird auch gerade nur der „Schuldige“ und nicht der Schuldunfähige bestraft.
Die Schuld der Sünde bürdet an sich eine Strafe auf; der Sünder verpflichtet sich (i.S.v. bindet sich) gegenüber dem Satan.
Vielmehr sei der zeite Teil "wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" der, auf den es ankomme.
Die Vergebung führt zur Möglichkeit eines kompletten Neuanfang, die Sünden bzw. die Schuld sind nicht nur irgendwo abgedeckt oder verborgen.
Nein, der gesamte alte „Mist“ ist weg.
Ein eigens programmiertes, mehrsprachiges Computerspiel ermöglichte es, sogleich die gewonnene Erkenntnis zu erproben.
"Und führe mich nicht in Versuchung" wurde als Schlange im Paradies, mittels der Versuchungen Jesu durch den Teufel und durch einige Gebote dargestellt.
"Sondern erlöse mich von dem Bösen" zu visualisieren, ist sicherlich nicht einfach. Die Jugendlichen zeigten es als das letzte Abendmahl Jesu und als Tür auch der Höhle in den Himmel.
"Denn Dein ist das Reich" wurde durch eine eindurcksvolle Weltkugel und dem Hinweis auf die vier Grundelemente Feuer, wasser, Licht Erde dargestellt.
Als Reich wurde dabei das Herz Gottes herausgestellt.
"Die Kraft" Gottes wurde vielfältig als die Kraft der Pflanzen gezeigt. Am eindrucksvollsten war dabei sicherlich eine Fotoserie, welche die Keimkraft von Bohnen zeigte, denen es gelang schon nach wenigen Stunden einen Gipsblock zu sprengen, in dem sie eingelassen waren.
"und die Herrlichkeit" fand Ausdruck in einer mehrsprachigen Plakatserie.
Am Ende des Gebetsgartens setzten wir uns mit dem Wort AMEN auseinander. Dies geschah auf zwei Ebenen. Die emotionale Ebene wurde durch die Wirkung des Lichtes der beleuchteten Großbuchstaben symbolisiert: „Du bist im AMEN. Du darfst hineintauchen und kannst sein Licht auf Dich wirken lassen. Es füllt einen großen Raum in Deinem Leben. AMEN – so sei es.“
Diese Verbindung zu unserem Gott ist ein wichtiger Bestandteil unseres Gebetes. Daher spielten die Beleuchtung und die Großbuchstaben an dieser Station eine tragende Rolle.
Auf der gegenüberliegenden Seite fand die Auseinandersetzung mit dem Bergriff AMEN auf der intellektuellen Ebene statt. An einer Station konnten die Besucher erleben, dass durch ein einmaliges Auflegen eines „Amensteines“ sich meist noch keine greifbare Veränderung ergibt: „Viele Situationen in unserem Leben erfordern Geduld. Wir müssen unser AMEN mehrmals in die Waagschale werfen und von einem Moment zum anderen ändern sich Dinge, die vorher unbeweglich schienen.“
War ein ausreichendes Gewicht auf der Waage durch mehrere AMEN (-Steine) erreicht, fand eine Veränderung statt. Am Ende des Tunnels ging ein Licht an.
Beim Verlassen des Gebetsgartens konnten sich die Besucher einen Stein mitnehmen, auf dem "Amen" geschrieben stand. Die 5000 dafür vorbereiteten Steine wurden von den Jugendlichen selbst beschriftet. Es wurde bewusst ein schweres Material gewählt, das symbolisch an den Wert des Amens in unserem Leben erinnern soll.
"Walk the Lords Prayer" ware eine rundum gelungene Aktion, die sehr viel Anklang fand, der sich in langen Schlangen niederschlug.
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