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Die Feierstunde am Nachmittag


Bezirksapostel Wend gab nach dem Gebet seiner Freude über den großen Jugendchor und das zahlenmäßig gewachsene Jugendtagorchester Ausdruck. Er erinnerte an eine Zeit, wo man ernsthaft überlegte, ob das Orchester mangels Beteiligung aufgelöst werden sollte. Und wenn man es heute betrachtet mit seinen knapp 300 Spielern  (mitten im Satz brandete begeisterter Beifall auf, der alle Anwesenden einbezog), und auch die tollen Orchester- und Jugendchorfreizeiten betrachtet...

Eine Bombe platzt - endlich!

Anschließend blickte der Bezirksapostel in die nahe Zukunft und gab das Datum des nächsten Jugendtages in Rüsselsheim (22. Juni 2008) bekannt. Er nannte in diesem Zusammenhang auch schon den besonderen Gast: Stammapostel Leber. Was jetzt geschah, lässt sich nur schwer in Worten ausdrücken. Als hätte man eine Sektflasche lange genug geschüttelt und dann geöffnet... Tosender Beifall, trampelnde Füße - die ganze Halle bebte! Nach einen weiteren Ausblick auf das Mega-Event, dem "Europäischen Jugendtag 2009", verlies er die Bühne mit der Bemerkung "Ich verschwinde einfach und dann wird das Programm schon irgendwie beginnen..."

Einheit ist immer möglich

Auf der großen Bildwand stimmten nun typische Bilder aus Frankreich, der Heimat von Bezirksapostel Jean-Luc Schneider auf, die mit einem ebenfalls typischen Chanson musikalisch unterlegt wurden. Auf der Bühne, die ein französisches Café darstellte, jammerte der Besitzer über den mangelhaften Zulauf seines Geschäftes. Aus Langeweile schaltete er den Fernseher an. Auf der Bildwand waren nun Videosequenzen zu sehen, die einzelne Lebensstationen des Bezirksapostels Schneider vorstellten. Es folgten etliche kurze Interviews mit Jugendlichen aus seinem Arbeitsbereich, die uns mitteilten, was sie an "ihrem" Bezirksapostel besonders lieben und bewundern. Gegen Ende des Beitrags wurde noch ein Ausschnitt aus einem Gottesdienst gezeigt, in dem der Bezirksapostel davon sprach, dass Einheit immer möglich ist, wenn man den Preis dafür bezahlen will!

Nach Afrika entführt

Zurück ins französische Café. Die Schwester des Besitzers kommt und muss sich ebenfalls das Jammern des Unternehmers anhören. Sie jedoch organisiert als Attraktion des Cafés eine "Band" und lässt sie dort auftreten. Ein afrikanischer Jugendchor betritt die Bühne und entführt mit seinem Gesang die Zuhörer in eine andere Welt. Am Ende begleitete die "europäische" Jugend sogar das afrikanische Schlusslied des Chores.

Gehet an die Landstraßen...

Während die Schwester "an den Landstraßen" nach Gästen sucht, spielt das Jugendtagorchester die Filmmusik zu "Conquest of Paradise". 10 jugendliche Gäste wurden gefunden und nahmen im Café auf der Bühne Platz. An der "Landstraße der ersten Sitzreihe" in der Halle konnte auch noch zwei weitere Gäste gefunden werden. Es waren die beiden Bezirksapostel Schneider und Wend. Mit einer charmanten Einladung wurden sie ebenfalls zum Besuch des Cafés eingeladen.

Wie wird man Bezirksapostel?

Dort angekommen, wurde Bezirksapostel Schneider vom Besitzer als "Fernsehstar" wiedererkannt. Da stellte sich nun die Frage, wo und wie muss man sich für eine solche Position bewerben. Bezirksapostel Schneider gab die passende Antwort und erzählte dabei aus seinem eigenen Erleben. Der Caféhausbesitzer glaubt zwar an einen Schöpfer, hat aber mit Kirche nichts am Hut. Sein "favorite chanson" ist Beethovens "Die Himmel rühmen". Diese Komposition wurde nun vom Jugendchor und Jugendtagorchester vorgetragen.

Frage: "Für was fühlst du dich verantwortlich?" Antwort: "Hmm..., öhhh..., pfff"

Wie es im Text dieses Liedes heißt: "ER trägt der Himmel unzählbare Sterne", so trägt der liebe Gott auch die Verantwortung für die ganze Schöpfung. Verantwortung. Darüber wollte der Besitzer noch mehr erfahren. Wie denken die jungen Leute der Kirche darüber? Die Antwort wurde in einem kleinen Film gezeigt, in dem viele Jugendliche dazu Stellung nahmen.

Von nun an musste ich die Zeitschrift "Unsere Familie" auch lesen!

Bezirksapostel Schneider berichtet davon, als er erstmals im Alter von 18 Jahren Verantwortung in der Gemeinde übernahm. Diese wurde ihm einfach - ohne ihn vorher zu fragen - auferlegt. Es handelte sich dabei um das Übersetzen der deutschen Texte aus der Zeitschrift "Unsere Familie" in die französische Sprache. Die Essenz aus diesem Auftrag war, dass der Bezirksapostel nicht mehr nur die Bilder betrachten konnte, sondern auch die Beiträge lesen musste! "Dabei habe ich folgendes entdeckt: die neuapostolische Intelligenz und die neuapostolische Weisheit. Was die Bezirksapostel Fritz Bischoff, Günter Knobloch und Karl Gut an Tiefgang in wenige Sätze hineinlegen konnten, war für mich ein großes Vorbild.

Eigenverantwortung = totale Freiheit?

An Bezirksapostel Wend wurde die Frage nach der Eigenverantwortung gerichtet. Wo beginnt sie und wo endet sie? Seine Antwort: Eine umfassende Antwort hierauf ist nicht möglich, da das Thema sehr vielschichtig ist. Einfache Antworten wie "Du bist dir in deinem Tun nur dir selbst verantwortlich" oder "Eigenverantwortung ist eine Aufforderung zur totalen Freiheit" sind weit verbreitet, aber treffen aber nicht den Kern. Zwei Hinweise mögen zum besseren Verständnis des Begriffs "Eigenverantwortung" beitragen. Erstens: Berücksichtige, was dein Verhalten bei anderen bewirkt, und zweitens: hast du dich ausführlich über das Thema informiert bevor du deine Entscheidung triffst?

Sei kein Miesepeter - hör nicht auf zu lernen!

Um Freude in seinem Glaubensleben zu haben ist zunächst wichtig, welche persönliche Einstellung du zum "normalen" Leben hast. Einem Miesepeter, der eine überwiegend negative Einstellung zum Leben hat, wird es schwer fallen, Freude in seinem Glaubensleben zu empfinden. Es möge unsere Lebensaufgabe sein, auf die positiven Dinge ein größeres Gewicht zu legen, als auf die negativen. Das habe ich im Lauf der Zeit auch erst lernen müssen! Somit hatte auch ich Durststrecken in meinem Glaubensleben. Das ist wohl heute ein ganz klein wenig besser geworden...

Jesus ist keine Randfigur!

Welchen Rat können die beiden Bezirksapostel der Jugend geben, um die Freude am Glauben bewahren zu können? Zunächst beantwortete Bezirksapostel Wend diese Frage. Die Antwort liegt eigentlich im Gottesdienst von heute Morgen. Aus den beiden ersten Punkten unseres Jugendtag-Mottos "Ehre Gott" und "Liebe Jesus" kommt doch die Freude und Dankbarkeit darüber, was die Liebe und Gnade Gottes an mir getan haben. Wenn mir die Gnade wichtig ist und der Sohn Gottes keine Randfigur ist, dann kommt auch Freude in mein Glaubensleben.

Ein heißer Tipp

Bezirksapostel Schneider gibt einen Tipp des vorigen Bezirksapostels Rene Higelin weiter, den er seinerzeit der Jugend seines Arbeitsbereichs gab: Wenn ihr euch freuen wollt, dann schaut in die Gemeinde und sucht den Herrn! Schaut, wie die Schwester x gerade gehandelt hat - so hätte der Herr Jesu auch gehandelt. Schaut, wie der Priester y dieses Problem gelöst hat - genau so hätte es der Herr Jesu auch gemacht. Diese kleinen Mosaiksteinchen ergeben - wenn man sie sieht und sammelt - die Freude im Glaubensleben. Suche den Herrn in der Gemeinde - er ist da!

Ein weiteres Video gab darüber Aufschluss, wie Verantwortung auch in der Praxis - in unserem Leben - umgesetzt werden kann.

Der "Neue"

Szene-1: Man lästert nach der Jugendstunde über den "Neuen". Danach wird den Jugendlichen das Thema der Jugendstunde "Liebe deinen nächsten wie dich selbst" wieder bewusst. Sie sehen ein, dass ihr Lästern nicht gerade "der Hit" war.

Das Einjährige

Szene-2: "Er" spielt am PC und ist kurz vor dem "High-Level", Sie präsentiert ihm das neu erstandene Kleid. Genervt entgegnete er ihr, dass er sich konzentrieren müsse. Ist dir das Spiel wichtiger als ich? Ein Wort ergibt das andere. Schließlich wendet sie sich mit dem Kommentar von ihm ab: Das wollte ich heute Abend zu unserem Einjährigen anziehen. Oh, stimmt - und ich hab's total vermasselt...

Das Kind muss weg

Szene-3: Ein junges Pärchen gesteht einer Freundin, dass "sie" in der 12. Woche schwanger ist. "Er" kann das gar nicht gebrauchen, weil er seine Lehre noch fertig machen muss. Für ihn ist alles klar: Das Kind muss weggemacht werden; er will noch keine Verantwortung übernehmen.

Schon komisch, wenn man so jung stirbt

Szene-4: "Er" kann nicht verstehen, was die Jugend am Samstag vor dem Entschlafenengottesdienst auf dem Hauptfriedhof soll. Ich kenne da doch niemanden. Und ausgerechnet an einem Samstag... "Sie" erinnert ihn an einen Verkehrsunfall, der sich kürzlich ereignete. Auch der Name war ihr noch präsent. Es war ein gemeinsamer Bekannter in ihrem Alter. Sicher wird er auf dem Hauptfriedhof beerdigt. Na, denn kenne ich ja doch jemanden dort... Wir können ja auch schon vorher für ihn beten...

Was hilft: Druck oder liebevolles Verständnis?

Bezirksapostel Wend kommentierte die beiden letzten Szenen: Solche Lebenssituationen gab es zu allen Zeiten. Es kann nicht Aufgabe der Familie, der Eltern oder auch der Gemeinde, Druck auszuüben, sondern die betroffene junge Schwester ganz liebevoll aufzunehmen. Ich bin - und das ist auch die Sicht unserer Kirche -, gegen jede Art der Abtreibung. Was hier entsteht, ist bereits schon Leben! Das mögen andere durchaus anders sehen.

Zu früh gestorben!

Beim Besuch eines Soldatenfriedhofes las er das Todesdatum auf einigen der ca. 4000 Holzkreuzen. Er lag 4 bis 6 Wochen vor dem Kriegsende. Erschütternd war auch das Geburtsdatum der Gefallenen. Es handelte sich um junge Menschen im Alter von 15 bis 22 Jahren - dem sogenannten "Volkssturm". Er habe - eine Woche vor einem Entschlafenengottesdienst - noch nie eine so enge Verbindung zu den jungen Leuten verspürt wie bei diesem Friedhofsbesuch.

Wir richten dich nicht!

Bezirksapostel Schneider kommentiert ebenfalls die beiden letzten Szenen: Die letzte Entscheidung liegt allein bei der Schwester. Sie muss ihre Entscheidung verantworten - egal wie sie ausfällt. Daher steht es auch uns als neuapostolischen Christen nicht zu, darüber ein Urteil zu sprechen. Gemäß dem Motto "Achte jeden Menschen" wollen wir solchen Frauen, gleich welchem Alter, als Christ begegnen! Vielleicht liegt einer solchen Entscheidung auch ein Mangel an selbst empfangener Liebe zugrunde, oder es fehlt an einem seelischen Gleichgewicht. Es möge unser Aufgabe als Christen sein, solchen zu zeigen, dass wir Liebe für sie aufbringen und sie spüren lassen: "Wir richten dich nicht!"

...und wer betet für mich?

Gerade in der afrikanischen Republik Kongo geschehen schlimme Dinge. Natürlich wird für die vielen Opfer gebetet. Der Bezirksapostel stellt aber immer wieder die Frage: "Und wer betet für die, die solche Dinge tun...?" Vorhin wurde von einem "Raser" berichtet, der einen Verkehrsunfall verursacht hat. Oft kommen dabei Menschen ums Leben. Der "Raser" hat Schuld - und wie kommen solche später in der Ewigkeit mit ihrer Schuld an? Wer betet denn für sie? Auch die Jugend kann in solchen Fällen dem Herrn zeigen: Wir beten nicht nur für die Unschuldigen - wir beten auch für die Schuldigen!

 
Eine nachdenkliche und bewegende Feierstunde geht mit dem Dank des Bezirksapostels Wend an alle Mitwirkenden und auch Organisatoren zu Ende. Noch einmal bedankte sich der Bezirksapostel bei der Jugend, die ihren Teil an der besonderen Atmosphäre an diesem Jugendtag beigetragen hat. Nach dem abschließenden Gebet setzten Jugendchor und Jugendtagorchester mit "The Lord reigneth" den Schlusspunkt.

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