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Jugendgottesdienst mit Stammapostel Leber

Eingangslied: „Alles meinem Gott zu Ehren …" (GB, 333)

Textwort: 2. Timotheus 1, 7 - „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit."

Chor: „In dunkler, glaubensarmer Nacht …" (CM, 81)

 

Stammapostel Leber:

Stammapostel Leber begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes alle anwesenden Jugendlichen, insbesondere die Geschwister aus Belgien und Luxemburg, sowie alle „Jugendtags-Touristen" und wünschte einen segensreichen und neu motivierenden Tag. Dann begann er sein Dienen mit einem ganz besonderen Hinweis auf die Dankbarkeit ...

„Ich habe mir vorgenommen, diesen Gottesdienst mit Dank zu beginnen, Dank gegenüber unserem himmlischen Vater. Und ich bitte euch, da alle mit einzustimmen, dankbar zu sein und den Dank nicht untergehen zu lassen als eine Sache nebenher oder nebenbei, sondern das mal wieder richtig im Herzen groß werden zu lassen. Lasst uns dankbar sein unserem Gott!"

Dann lass er einige Gedanken vor, die Ihm die Tage zuvor in die Hände gefallen waren ...

„Wenn du heute mehr gesund als krank bist, dann bist du glücklicher als über 1 Million Menschen, die diese Woche nicht überleben werden."

„Wenn du niemals die Gefahren eines Krieges, die Einsamkeit des Gefängnisses, Torturen oder Hunger erlebt hast, ist deine Lage besser als die von 500 Millionen Menschen."

„Wenn du in die Kirche gehen kannst, ohne Angst haben zu müssen, festgenommen, gefoltert oder getötet zu werden, hast du mehr Glück als 1 Milliarde Menschen auf der Welt."

„Wenn du ein Dach über dem Kopf hast, Kleider, Essen im Kühlschrank, Platz zum Schlafen, bist du reicher als 75 % der Menschen."

Wenn du Geld bei der Bank hast" - na ja, nicht gerade Reichtümer sicherlich, aber ein bisschen Geld - „und ein wenig Geld in der Geldbörse, dann gehörst du" - jetzt global gesehen - „zu den 8% der Reichen auf der Welt."

„Wenn deine Eltern leben, immer noch verheiratet sind, bist du eine echte Seltenheit."

Es war still geworden in der Halle, die nachdenklichen Gedanken waren angekommen. So merkte es auch der Stammapostel an und forderte die Jugendlichen weiterhin auf: „ [...]Ihr Brüder und Schwestern - kann man da nicht dankbar sein? Wenn wir wirklich noch unser Leben führen können, einigermaßen gut, wenn wir auch hier und da vielleicht durch belastende Erlebnisse und Erfahrungen gehen, aber insgesamt gesehen, geht es uns nicht gut? Und alles, alles nehmen wir aus Gottes Hand. Und darum, ganz schlicht und einfach, lasst uns dankbar sein!"

 

Dann fuhr der Stammapostel mit dem Beleuchten des vorgelesenen Textwortes fort.

Der Geist Gottes – das ist der heilige Geist – ist nicht ein Geist der Furcht und Verzagtheit, sondern der Kraft, Liebe und Besonnenheit:

 

1. Kraft

„Der Heilige Geist ist ein Geist der Kraft! Und das möchte ich in eure Herzen hineinlegen. Aus dem Heiligen Geist, aus dem Geist Gottes, gibt es immer Kraft, Brüder und Schwestern. Da brauchen wir nie verzagt sein."

Der Stammapostel zog eine Parallele zum Herrn Jesus von dem eine besondere Kraft ausging (vgl. Lukas 8, 46) – „Der Sohn Gottes hatte eine innere Kraft, die unglaublich ist. Und eine solche innere Kraft hast du auch, Bruder und Schwester, aus dem Heiligen Geist heraus."

Als Beispiel für Jesu Kräfte nannte der Stammapostel:

- Die Versuchung durch den Teufel als Jesu 40 Tage ausgehungert und müde durch die Wüste wanderte,

- Die Gelassenheit Jesu bei seiner Gefangennahme und zu Beginn seines Leidensweges:
„Er hat ganz ruhig reagiert, besonnen, und hat dann – sinngemäß - zu seiner Umgebung gesagt: „Meint ihr, ich könnte nicht Legionen von Engeln anfordern von meinem Vater im Himmel?" (vgl. Matthäus 26, 53). Was ist das für eine Kraft, wenn man die Verhältnisse ändern könnte und man reagiert so souverän, dass man sagt: „Um des Auftrages willen, den ich vom Vater habe, verzichte ich auf alles. Ich will den Weg gehen, den Gott mir weist!" Ist das nicht Kraft?",

- Die Souveränität und Ruhe Jesu als er mit den Jüngern mit dem Boot auf dem stürmischen Meer war und sogar schlief als die Jünger in voller Aufregung waren: „Herr, hilf, wir kommen um!" (Matthäus 8, 25)

Der Sohn Gottes hatte also innere Kraft, um sein Leben zu gestalten nach göttlichem Willen. Er hatte die Kraft, auch gegen Versuchungen anzugehen und sich nicht vom Teufel übertölpeln zu lassen. Er hatte Kraft, auch bei Ungerechtigkeiten ganz souverän zu reagieren. Der Sohn Gottes hatte auch die Kraft, seine Sendung zu bekennen, deutlich zu machen, was sein Auftrag war.

Der Stammapostel forderte die Jugend auf: „Auch du, lieber Bruder, liebe Schwester, hast die Kraft, dein Leben zu gestalten nach göttlichem Willen." [...] „Auch du hast die Kraft, dich gegen Versuchung zur Wehr zu setzen." [...] „Auch du hast die Kraft, selbst mit Ungerechtigkeit fertig zu werden." [...] „Du hast auch die Kraft, deinen Glauben zu bekennen. Hast du es schon einmal probiert?" [...] "Kraft des Heiligen Geistes. Da muss man sich bewusst machen, dass wir Gotteskinder sind. Da muss man immer wieder die Weisung annehmen und aufnehmen aus den Gottesdiensten, dass man weiß, wie man handeln soll. Da muss man dann auch immer wieder aus dem Heiligen Abendmahl die Kräfte an sich reißen, die von oben kommen. Und im täglichen Leben hat man immer wieder die Möglichkeit, neue Kraft zu schöpfen im Gebet. Lasst uns diese Quellen der Kraft nutzen, dann können wir uns wirklich aller Furcht entgegenstellen. Dann brauchen wir nicht verzweifelt sein, dann haben wir Kraft, zielorientiert durch die Zeit zu gehen."

 

2. Liebe

Kraft ohne Liebe könne schnell in die falsche Richtung führen, so der Stammapostel. Gepaart mit der Liebe lässt die Kraft aber Wärme aufkommen und wo Liebe ist, da ist Herzlichkeit und man fühlt sich wohl. „Und ich fordere euch auf, liebe Brüder und Schwestern: Liebt den Herrn, liebt das Werk des Herrn!" [...] „Wenn man das Werk des Herrn liebt, dann stellt man auch seine Gaben in den Dienst Gottes."

 

3. Besonnenheit

Der Stammapostel beleuchtete die Besonnenheit über die Darstellung des Gegenteils – die Unbeherrschtheit oder das Sich-Hinreißen-Lassen. Aus dem Augenblick heraus lässt man seine Enttäuschung, seinen Wut und Ärger heraus. Man lässt sich hinreißen.

Als Beispiel nannte der Stammapostel einige Begebenheiten aus der Heiligen Schrift:

- Kain ließ sich aus Ärger, dass sein Opfer im Gegensatz zu dem seines Bruders nicht angenommen wurde, dazu hinreißen diesen zu erschlagen.

- Esau ließ sich hinreißen, seine Erstgeburt gegen ein verlockendes Linsengericht zu verkaufen, weil er hungrig und müde war.

- Das Volk Gottes ließ sich hinreißen, das Goldene Kalb zu bauen, als Mose kurze Zeit weg war.

- Einige haben sich hinreißen lassen, gegen Mose Stellung zu nehmen. „Redet denn der Herr allein durch Mose?" (4. Mose 12, 2)

Erneut forderte der Stammapostel die Jugend auf: „Lasst euch nicht hinreißen zu einem Handeln aus dem Ärger heraus. Aus dem Ärger heraus zu handeln, aus Wut oder Enttäuschung, das ist nie gut. Besonnenheit ist eine Gabe des Heiligen Geistes; lasst sie uns nutzen." [...] „Lasst uns besonnen reagieren und fragen, wann immer wir auf etwas stoßen: „Dient das zu unserem Besten oder nicht? Kann man das unbesehen akzeptieren oder sollten wir nicht lieber Abstand halten?" Besonnenheit ist eine ganz wichtige Gabe. Lasst uns auch dem Herrn dienen und nicht irgendeinem Götzen. Wir wollen uns nicht hinreißen lassen dazu, einzuwilligen in Götzendienst." [...] „Und wir wollen uns nicht hinreißen lassen, Stellung zu beziehen gegen die Boten Gottes in unserer Zeit. Seien wir wachsam. Besonnenheit hat etwas damit zu tun, dass man eben auch nicht sofort reagiert, unbeherrscht reagiert, sondern dass man einmal darüber nachdenkt, in sich hineinhorcht: Was ist denn richtig? Was ist denn eine angemessene Reaktion? Nutzen wir die göttliche Kraft aus den Gottesdiensten, aus dem Heiligen Abendmahl, aus dem Gebetsleben, dass wir besonnen reagieren können."

 

Gemeindegesang: „Gib Kraft aus deiner Gaben Fülle …" (GB, 223, 3)

 

Bezirksapostelhelfer Dzur:

Der Bezirksapostelhelfer beleuchtete in seinem Dienen u.a. die Zeit von Abraham und Lot. „Ihre Hirten stritten untereinander, und deshalb wurde der Entschluss gefasst, sich zu trennen. Lot wurde vor die Wahl gestellt: „Willst du zur Linken", sagte Abraham zu ihm, „so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken" (1. Mose 13, 9). Und Lot sah die herrlich grünen und fruchtbaren Ebenen und wählte diese für sich. Nun könnte man die Frage stellen: War das die richtige Entscheidung für ihn? Schließlich verlor er in Sodom so gut wie alles." Zur Beantwortung der Frage führte er ein englischsprachiges Sprichwort an, das über setzt lautet: „Das Gras auf der anderen Seite ist grüner." und stellte aber fest, dass dies nicht immer stimmt. Abraham und Lot haben eine Ausnahme erlebt.

Im weiteren Mitdienen erzählte Apostel Dzur eine Begebenheit von einer seiner Reisen durch Afrika, welche alle Anwesenden sehr berührt hat: „Ich bin viel in Afrika unterwegs. Vor einigen Jahren war ich in einem kleinen Dorf irgendwo in der Zentralafrikanischen Republik und hielt dort einen Gottesdienst. Ich rief einen der Brüder zum Mitdienen, und danach feierten wir das Heilige Abendmahl. Nachdem ich an der Seite Platz genommen hatte, entstand plötzlich, gegen Ende der Abendmahlsfeier, ein kleiner Tumult. Die Anwesenden standen auf und beugten sich vor, um etwas zu sehen. Auch die Brüder, die das Abendmahl austeilten, schauten wie gebannt. Und ich sah ein junges Mädchen, vielleicht 18 Jahre alt. Sie kam auf allen Vieren von ganz hinten in der Kirche nach vorne gekrochen. Sie konnte nicht laufen. Also kroch sie auf Ellbogen und Knien den ganzen Weg nach vorne, um das Heilige Abendmahl zu empfangen. Als ich sie so sah, war mein Herz sehr bewegt, und sie tat mir leid. Später sah ich sie dann, nachdem sie die Kirche wieder verlassen hatte. Sie war schon auf dem Rückweg in ihr Dorf. Ich bat die Brüder: ‘Haltet sie auf, ich will mit ihr reden.’ Sie kroch auf allen Vieren zurück und sah zu mir auf, strahlend vor Freude und Glück. Ich fragte sie, von wo sie komme, und sie antwortete: ‘Von dort und dort. Ich habe gehört, dass heute der Apostel hier ist und den Gottesdienst hält. Und da wollte ich dabei sein.’ Und als ich dabei das Glück in ihren Augen sah, tat sie mir nicht mehr leid, sondern ich habe mir gewünscht, so wie sie voller Freude und Glück zu sein. Ich griff in meine Tasche und gab ihr etwas Geld. ‘Das ist für dich’, sagte ich, ‘nimm es für dich und deine Familie.’ Und sie zögerte und sagte: ‘Apostel, darf ich das Geld auch anders verwenden? Ich möchte es gerne meinen Eltern geben und meiner ganzen Familie. Sie sind alle nicht neuapostolisch, ich bin die Einzige in meiner Familie, aber ich möchte ihnen gerne zeigen, was ich erlebt habe und wie dankbar ich dafür bin. Ich möchte ein Zeugnis für sie sein, ein lebendiges Zeugnis.’"

 

Orchester: „Jauchzet dem Herrn…" (CM I, 267)

 

Apostel Korbien:

Apostel Korbien führte das Gleichnis von den anvertrauten Zentnern an. „Der eine Knecht bekam fünf, der andere zwei und einer nur einen Zentner. Zwei Knechte haben gearbeitet, sicherlich auch kraftvoll und besonnen, haben das Empfangene bewahrt und vermehrt. Und der dritte? Der kam wieder mit diesem einen Zentner und hatte sich eine Ausrede einfallen lassen: ‚Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist, …, und ich fürchtete mich’ (Matthäus 25, 24. 25). Warum wohl fürchtete er sich? Es war nur eine Ausrede."

Er verwies darauf, dass neuapostolische Christen nicht den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft haben und dass sie deshalb ihre Gaben gerne in den Dienst des Herrn stellen.

Dann äußerte er noch einen weiterführenden Gedanken zur Besonnenheit: Sie bedeute auch Selbstbeherrschung und Verzicht. So sei es notwendig, dass man auf das eine und andere verzichtet um des Werkes Gottes willen, man sich auch einmal zurücknimmt und einmal auf eine Freiheit verzichtet, um sich einzubringen in der Sache des Herrn. Er forderte die anwesende Jugend auf „Lasst uns in dieser Weise auch auf das eine oder andere einmal verzichten um des Werkes des Herrn willen, um des Nächsten willen."

 

Chor: „O dass ich tausend Zungen hätte ..." (CM, 249,1)

 

Bezirksapostelhelfer Sobottka:

Apostel Sobottka diente weitestgehend in deutscher Sprache. Er wies auf einen Ausdruck des Stammapostels hin, welcher im Textwort nicht enthalten war: Zuversicht. Er führte aus: „Wer diese Gaben [Kraft, Liebe, Besonnenheit] wirklich benutzt, hat auch Zuversicht, und nicht nur Zuversicht aus der Kraft und aus der Liebe [...], sondern er hat auch einen enormen Mut. Wenn jemand keine Kraft hat, ist es schwierig, Mut zu haben im Leben. Aber wer Zuversicht hat auf den Herrn, wer Zuversicht hat auf die Gaben, die der Herr uns geschenkt hat, die wir benutzen können, der hat dann auch Kraft, und der kann diese Kraft auch mit Mut ausüben."

 

Chor: „Aller Augen warten auf dich, Herr …" (Sonderlied)

 

Bezirksapostel Wend:

Bezirksapostel Wend verdeutlichte in seiner Predigt, dass die Grundeinstellung des Herzens von unserem Nachdenken über die von Gott empfangenen Gaben geprägt sei. Er stellte dar: „[...] dann kann es schon sein, dass wir zwischendrin einmal schwierige Tage haben, aber die Grundtendenz ist dann nicht so, dass wir mutlos und verzagt sind, sondern aus der Dankbarkeit für göttliche Gaben, für göttliche Führung, für göttlichen Segen, kommt eben die Zuversicht. Und dann können wir auch Kräfte wecken, die wir empfangen haben." Er wies darauf hin, dass mit der Dankbarkeit auch der Begriff „Liebe" verbunden sei: „Wenn wir Gott und sein Werk lieben und das nicht ein Wort oder eine Worthülse bleiben soll, wenn das durch Dankbarkeit untermauert ist, was man im Inneren gefühlsmäßig im Glauben erlebt hat, dann hat die Liebe Kraft - Durchschlagskraft! Und wenn man eine solche Liebe hat dem Herrn und seinem Werk gegenüber, ihr Lieben, dann zeigt man auch Verantwortung."

Abschließend ging er noch auf eine zweite Bedeutung des Wortes „Besonnenheit" ein: die Bescheidenheit. „Wenn man das weiter sieht, sich selbst nicht in den Mittelpunkt stellt bei der Bewertung, wenn man andere sieht und seinen eigenen Platz, dann handelt man besonnen aus der Bescheidenheit heraus."

 

Stammapostel Leber:

Dem Mitdienen des Bezirksapostel Wend wollte Stammapostel Leber nichts mehr hinzufügen und leitete gleich zum „Unser Vater" mit nachfolgender Freisprache und Abendmahl über. Danach folgte das Abendmahl für die Seelen aus dem Jenseits. Das Schlussgebet beendete den Jugendgottesdienst.

 

Schlusslied des Chors: „Das Gotteshaus ist unsre Lust …" (CM, 177)