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Gottesdienstbericht Jugendtag 2011

Jugendgottesdienst(Frankfurt, 19.06.2011) In diesem Jahr fand der Jugendtag der Neuapostolischen Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland an einem neuen Ort statt, da uns die Walter–Köbel–Halle in Rüsselsheim leider nicht mehr zur Verfügung steht. Als Veranstaltungsort konnte die Ballsporthalle in Frankfurt-Unterliederbach gemietet werden. Dies war alles andere als selbstverständlich, da es das Ausscheiden des dort sonst ansässigen Basketballvereins aus der Meisterschaft bedurfte. Hier nun also unser Bericht vom Gottesdienst am Jugendtag 2011.


Eingangslied: 'Such, wer da will, ein ander Ziel' (GB, 348)

Textwort:
Markus 10, 51 "Was willst du, das ich für dich tun soll?"

Chor:
'Ins Wasser fällt ein Stein' (NJB, 96b)


Bezirksapostel Koberstein:

joomplu:4075Meine Lieben alle! Ich heiße euch herzlich willkommen. Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut, wenngleich die Freude mit einer gewissen Sorge gepaart ist, dass man ein rechtes Werkzeug sein kann. Ihr wisst, wie sehr ich euch lieb habe. Wenn man andere lieb hat, sorgt man sich mit viel Beten darum, dass der liebe Gott ihnen das Beste bereitet. 

Ich möchte eine Gruppe unter uns besonders willkommen heißen. Jugend ist ja meist das Bild der Freude und des Sonnenscheins. Wer inmitten der Jugend ist, der weiß, dass es auch da Sorgen gibt und man sich auch im Kreis der Jugend manchmal auf der Schattenseite des Lebens sieht. Manche haben mit Depressionen zu kämpfen und schwierige Dinge zu tragen. Ich möchte euch für die Augenblicke unseres Zusammenseins aus diesem „Schattendasein“ ins Licht bitten, mit all meiner Liebe ins Licht ziehen. Das meinte auch unser Stammapostel mit  seinem Grußwort am Pfingstfest: Kommt, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!“ Mit einem „Ins-Licht-Kommen“ ist viel verbunden. 

Am Pfingstfest war die Rede von dem „Lichtkegel des Heiligen Geistes“. Wenn der Heilige Geist ein Geist des Lichtes ist, dann müssen es die anderen Personen der Gottheit auch sein. Unser Stammapostel verband mit dem Hineintreten ins Licht des Heiligen Geistes ein Heraustreten aus Unglauben, aus einer abwartenden Haltung, aus einer abwehrenden Haltung. Im Zentrum des Lichtes des Heiligen Geistes ist nur einer: Jesus Christus. Der Heilige Geist hat die Aufgabe, den Sohn Gottes zu verherrlichen. 

Deswegen führen das Heraustreten aus diesen Haltungen und das Hineintreten in das Licht des Heiligen Geistes zu Christus. Christus ist das Licht der Welt. Durch ihn wurde auch das Licht geschaffen, denn als Gott das Licht schuf, war er das schaffende Wort. Wir lesen im Johannesevangelium, dass in Christus das Leben war und das Leben war

das Licht der Menschen. Dieses Licht im Sohne Gottes hat wiederum nur eines in seinem Zentrum - uns alle zur Quelle des Lichts zu führen! Die ist bei Gott. Das ist die dritte Person der Gottheit. Zu dieser Quelle des Lichtes - aus Gott ist alles hervorgegangen, was ist, also auch das Licht - will uns Christus führen. Das steht unter dem Wort: „… niemand kommt zum Vater denn durch mich!“ (Johannes 14,6). Das beschreibt den Weg zum Vater, der in ihm gelegt ist. 

Ich möchte das Hineintreten in dieses Licht mit dem Motto dieses Tages in Verbindung bringen und mit unserem Wort aus der Heiligen Schrift. Verschieden und doch eins!“ Wir kommen aus unterschiedlichen Ländern, sprechen unterschiedliche Sprachen, haben unterschiedliche Hautfarben, kommen aber auch aus unterschiedlichen Lebensverhältnissen. Auch glaubensmäßig kommen wir völlig unterschiedlich. Nicht jeder kommt als Glaubensheld. Vielleicht ist heute Morgen jemand mit einer zurückhaltenden Haltung gekommen: „Ich will erst einmal abwarten, wie das so geht, ob ich da noch einmal hingehe, ob das meine Kirche ist und bleibt.“ Mit diesen Unterschieden treten wir jetzt zusammen ins Licht. Die Unterschiede und Sorgen bleiben. Aber es fließt im Licht - im Sohne Gottes - zusammen zu einem Streben. Das ist das Ausgerichtetsein auf das Ziel unseres Glaubens - bereitet zu werden auf den wiederkommenden Sohn Gottes. 

Was willst du, dass ich für dich tun soll?, das ist für mich eine zentrale Frage. Ihr müsst wissen, was ihr in dieser Kirche wollt, was euch hier der Herr in seinem Sohn tun soll. Wenn man das nicht weiß, dann „dümpelt“ man vor sich hin, dann ist manches schön und toll. Aber das ist nicht der Kern. Da sehen wir den Unterschied, ob ich außerhalb des Lichtes stehe oder im Licht. Lasst mich das an wenigen Beispielen erklären. 

Man verliebt sich unsterblich. Wenn die Dame das nicht merkt, dann wird das oft schmerzhaft. Du hast Liebeskummer. Jetzt sagt einer: „Wir warten doch auf den wiederkommenden Sohn Gottes!“ Wenn du nicht in dem Licht stehst, dann denkst du: Lieber Gott, mach, dass das Mädel kapiert, was ich für sie empfinde! Das ist doch wichtig. Aber jetzt trittst du ins Licht. Da bleibt das legitim, diese Bitte zu haben: „Lieber Gott, mach ihr das Herz auf!“ 

Aber in diesem Licht siehst du, dass darüber etwas steht, was du auch anstrebst, wo du sagst: „Lieber Vater, bitte, mach mich würdig, ich will da dabei sein!“ 

Ihr hattet zum Teil Abitur oder andere Prüfungen zu bestehen. Da bleibt es vielleicht nicht aus, dass man etwas nicht erreicht. Das macht Kummer. Wenn du außerhalb des Lichtes stehst, dann hast du eigentlich für nichts anderes mehr einen Kopf als für dieses Dilemma. Stehst du aber im Licht, siehst du immer, dass darüber noch etwas stehst. 

Du hast dich 67 Mal beworben und wurdest nirgendwo angenommen. Auch da gilt: Wenn du nicht im Licht stehst, bleibst du darin hängen. Aber wenn du im Licht bist, kannst du auf die Frage des Gottessohnes: Was willst du, was ich für dich tun soll? mehr antworten als: „Hilf mir in meinen natürlichen Problemen.“ Dann bist du losgelöst von diesem ausschließlich aufs Irdische Ausgerichtetsein. Du siehst deine Existenz mit anderen Augen. 

Im Jugend-Katechismus der Katholischen Kirche steht ein schöner Satz: „Mensch sein heißt: von Gott kommen und zu Gott gehen!“ Das siehst du nur im Licht. Wenn du das anders siehst, nur bezogen auf dein irdisches Leben, losgelöst von Gott, ist die Frage deiner Existenz völlig anders beantwortet. Wenn ich aber weiß, ich bin nicht nur ein Geschöpf auf dieser Erde, ich bin zu Gott hin geschaffen, dann ergibt das für mich eine ganz andere Antwort auf die Frage des Gottessohnes. Dann kann ich - neben allen natürlichen Bitten - auf die Frage des Gottessohnes klar antworten: „Ich will am Tag des Herrn dabei sein, bei der dann bereiteten und geschmückten Braut; bitte, Herr Jesus, schenk mir dazu aus dir und auf dem von dir gelegten Weg das Heil, das mich da hinbringt. Lass mich diesen Weg gehen. Lass mich deshalb in den Genuss der Sakramente und deines Wortes kommen. Schenke mir immer wieder Vergebung meiner Sünden. Lass mich im Heiligen Abendmahl von deinem Leib und Blut genießen.“ Wenn ich mich damit beschäftige, weiß ich genau, was ich hier im Kern will. 

Das andere ist schön, und ich freue mich über die Gemeinschaft. Ich höre von den Probenwochenenden der Chöre und des Orchesters. Wisst ihr, was für mich dann schön ist? Ich fühle, es steht für euch bei allem Spaß im Mittelpunkt das Ausgerichtetsein - in unterschiedlicher Ausprägung - auf den wiederkommenden Sohn Gottes. Das lasst bitte im Kern bleiben.

Was will ich eigentlich von dieser Kirche? Man kann man damit durchaus die Frage verbinden: Wie sehen wir das denn im Verhältnis zu anderen Kirchen? In der Vergangenheit gab es manche Diskussion, weil man uns vorwarf, wir würden andere ausgrenzen. Ich möchte dieses Motto einmal auf diese Ebene stellen. Unterschiede – doch alle eins! Wie sieht das eigentlich in unserem Verhältnis zu anderen Kirchen aus? Das ist für mich eine spannende und interessante Frage, die sich auf dieser Ebene und mit diesen Begrifflichkeiten verarbeiten lässt. Wir sind seit einiger Zeit in schönen Gesprächen mit anderen Kirchen - auch zum Thema „Ökumene“. Ökumene bedeutet „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“. Das ist ein schöner Begriff, weil der eine vom anderen nicht erwartet, dass der sein Profil aufgibt. Wenn ich mit katholischen oder evangelischen Geistlichen und Theologen spreche, dann kann ich nicht erwarten, dass die alles über Bord werfen und das übernehmen, was ich habe. Umgekehrt erwarte ich von ihnen das Gleiche. Aber diese Einheit herauszustellen, gegründet in Jesus Christus, das ist wichtig, da tragen wir der Christenheit gegenüber eine gemeinsame Verantwortung. Ich finde es interessant und spannend, die Unterschiede zu besprechen, aber auch die vielen Gemeinsamkeiten zu sehen und, trotz der Unterschiede, nie respektlos miteinander umzugehen, sondern immer mit einer großen Wertschätzung. 

Nun kann man fragen: „Kann ich jetzt überall hingehen, ist alles dasselbe, wenn wir von der Christenheit und Einheit sprechen?“ Lasst mich das klar ansprechen. Es ist mein Verständnis - ich sage nicht, es ist so, sondern es ist mein Verständnis und meine tiefe Überzeugung -, dass dieser Weg, den ich hier gehen darf in dieser Kirche, der sichere ist. Hier weiß ich für mich mit Sicherheit, dass ich all das habe, was als Vollmacht vom Sohn Gottes in das Apostelamt gelegt wurde. Dieses Amt hat der Sohn Gottes gestiftet. Es ist das einzige Amt, das er gegeben hat. Aber es ist für mich keine Frage, das Apostelamt in den Mittelpunkt zu stellen. Für mich steht immer nur Christus im Mittelpunkt. Dann muss ich über andere Dinge nicht debattieren. Deswegen würde ich anderen auch nichts absprechen. Ich kann nur sagen: Für mich ist das hier der sichere Weg. Deswegen ist meine Antwort auf die Frage des Gottessohnes: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“, ganz klar: dass er mir dieses Heil auf diesem Weg schenkt, den ich für mich als sicheren und festen Weg erkannt habe. Das macht das andere nicht unmöglich, und das lässt uns offen sein gegenüber allen und ihren Einstellungen. Es ist 

für mich überhaupt nicht schwierig, ihnen in großer Wertschätzung zu begegnen. Mit einigen Theologen aus beiden großen Kirchen verbindet uns fast schon eine Freundschaft. Die sprechen offen über ihre und unsere Defizite. Das ist eine Freude, so miteinander zu sprechen. So fließt das zusammen, ihr Lieben: Unterschiede, aber auch Einheit, und immer auf Christus gegründet. 

Deswegen, lasst mich das zusammenfassen als eine Botschaft dieses Tages: Lasst uns heraustreten aus einer abwartenden, abwehrenden Haltung. Lasst uns Entscheidungen treffen und ins Licht gehen. Dieses Ins-Licht-Gehen heißt, zu Jesus gehen, ihn suchen, ihn haben wollen, ihn aufnehmen, auch in unser persönliches Leben, in unseren Alltag, in jeden Augenblick. Lasst uns auf diesem Weg von ihm zum Vater führen. Und lasst uns immer wieder, und zwar aus unserem Glauben, bitten, was der Sohn Gottes für uns tun soll. Dann begegnen wir ihm in seinem Wort und in den Sakramenten in diesem festen Glauben. Dann wissen wir, was wir glauben, und was wir von ihm haben wollen: dass er uns Heil schenkt, dass wir bereitet werden als Braut seines Sohnes, denn wir möchten zur Quelle des Lichtes kommen, wir möchten dorthin kommen, wofür wir bestimmt sind vom ewigen Gott. Keiner von uns ist schon da, keiner von uns kann sagen: „Ich bin Braut Christi!“ Wir können alle nur sagen: „Wir sind aus Gnaden erwählt!“ Das ist unser Verständnis. Wir haben die Chance, wir haben die Voraussetzung empfangen, zur Braut zu gehören, und jetzt müssen die beiden Dinge zusammenfließen. Das Licht kann nur von Gott kommen, aber ob ich hineintrete oder nicht, das ist meine Entscheidung. Deswegen lasst uns ein offenes Herz haben, weil wir wissen, was wir vom Herrn wollen: hineintreten ins Licht und im Licht bleiben, bis wir gemeinsam das Ziel unseres Glaubens erreicht haben. Dass der Herr uns das gemeinsam aus Gnaden gelingen lässt, das ist mein größter Wunsch, besonders für euch.


Chor: 'Meine Hoffnung und meine Freude' (NJB 70, 4. Strophe französisch und 3. Strophe englisch, 1. Strophe deutsch)


Apostel Bansbach:

joomplu:4072Apostel Bansbach überraschte unsere belgische und luxemburgische Jugend mit einer Begrüßung auf Französisch.

Ich freue mich, dass ich diesen besonderen Tag mit euch erleben kann, der mit einer konkreten Frage begonnen hat: Was kann ich für dich tun? Unser Bezirksapostel hat mit einer Frage geantwortet. Wenn ich alles zusammenfasse, dann hat er gesagt: Weißt du eigentlich, was du an dieser Kirche hast? Sind dir der Reichtum und die Sicherheit bewusst, die dich umfängt, wenn du im Licht stehst und im Licht bleibst? 

In Markus 10 wird vor dieser Begegnung mit dem Blinden, um den es hier geht, noch eine andere Begebenheit berichtet. Jesus hat seinen Jüngern gesagt, was er von ihnen in der Zukunft erwartet. Er wusste, dass er sie senden werde, sein Werk weiter zu führen. Da war es ihm wichtig, klar festzulegen, wie diese Arbeit gestaltet sein soll. Da hat er ihnen gesagt: In der Welt gibt es Mächtige. Die üben ihre Macht aus und gehen oft ungerecht mit dieser Macht um. „… so ist es unter euch nicht“, heißt es dann, „sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.“ Dann hat er das an seiner Person erklärt: „Denn auch des Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene ...“ (vgl. Markus 10, 42-45). 

Dann gehen sie nach Jericho und treffen dort auf diesen Blinden, der auf sich aufmerksam macht. Als Jesus ihn sieht, wendet er sich ihm zu. Da hat der Sohn Gottes in der Praxis vorgelebt, was er sie in der Theorie gelehrt hatte - Diener zu sein. Jesus hat die Frage gestellt: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Das ist der Diener, der seinen Dienst anbietet. Ist das nicht eine Sicherheit in der Kirche, dass wir nicht nur aufblicken dürfen zu dem größten Diener Jesus Christus, sondern auch umgeben sind von Dienern, die auf uns zugehen, denen es nicht einerlei ist, ob wir ein bisschen im Halbschatten stehen, sondern die uns ins Licht ziehen möchten und sagen: „Komm, ich helfe dir dabei! Was kann ich für dich tun? Wir sind für dich da, weil wir dazu den Auftrag von Jesus Christus haben und weil wir euch lieb haben!“? So habe ich das Herz des Bezirksapostels offen gesehen mit dieser Einstellung, die er uns ins Herz gelegt hat. 

Dann gibt es noch einen interessanten Aspekt. Es wird berichtet, wie es zu dieser Begegnung Jesu mit diesem Blinden kam. Dass Jesus überhaupt diese Frage gestellt hat, ist verwunderlich. Der Blinde hat gehört, dass Jesus in der Nähe ist. Er erhoffte sich von ihm Hilfe. Er hat sogar geschrieen, um auf sich aufmerksam zu machen. Andere haben ihm gewehrt, er solle ruhig sein. Aber er ließ sich nicht abhalten. Da rief Jesus ihn zu sich. Stellt euch vor: Jesus ruft einen Blinden zu sich. Da muss Jesus ja gesehen haben, was mit diesem Mann war, der konnte ja nicht allein zu ihm gehen. Da war doch klar, was dieser Blinde von ihm wollte. Aber Jesus fragt ihn: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Eigentlich würden wir sagen: Eine unnütze Frage, oder? Es war doch ganz klar. Der hat ja dann auch gesagt: „… dass ich sehend werde!“ Auch du wirst immer wieder von Jesus Christus gefragt: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Es ist die Aufforderung, unsere Mängel zu artikulieren, obwohl wir wissen: Unser Vater im Himmel kennt uns und unsere Mängel. 

Etwas Ähnliches findet sich, als Jesus die Jünger das Beten lehrte. Da hat er gesagt: „… euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet“. Man braucht nicht zu beten, um den Vater aufzuklären, was man für Mängel hat. Er hat aber trotzdem gesagt: „Wenn du betest, so geh in dein Kämmerlein …. und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist …“ (vgl. Matthäus 6,8.6). Diesem Blinden hat Jesus auch geraten: Sage mir doch, was ich tun soll! Mit unserer Gotteskindschaft, unserer Erwählung ist kein Heilsautomatismus verbunden. Wir werden gefragt: „Was soll ich tun? Überlege, was noch notwendig ist. Gehe auf mich zu, damit ich dir helfen kann.“ Es geschieht nicht so, das hat der Stammapostel an Pfingsten gesagt: „Ich bin Gotteskind, jetzt schauen wir mal, wie der liebe Gott meine Vollendung in die Wege setzt!“, sondern er fordert uns immer wieder auf: „Komm, setz deinen Glauben ein, bete, rede mit mir!“ Jesus sagte nachher auch zu dem Blinden: „Dein Glaube hat dir geholfen!“ Du hast dich vertrauensvoll an den gewandt, der Hilfe geben kann. 

Dazu möchte ich euch ermutigen: Tut das in der Zukunft immer wieder ganz bewusst! Geht konkret mit dieser Bitte auf den Sohn Gottes zu: „Ich möchte dies, ich möchte jenes, bitte, hilf mir dabei.“ Setzt euren Glauben ein. Dann kann man diesen Glauben auch heute in Wundern wie vor 2000 Jahren erleben. 

Ich möchte dazu ein Beispiel erzählen. Ich kam vor einiger Zeit erst gegen 15.00 Uhr ins Büro, habe dort meinen Computer hochgefahren, um in die E-Mails zu  schauen. Mit ein bisschen Entsetzen habe ich festgestellt, dass Geschwister morgens gegen sieben Uhr eine Notmail abgesetzt und Gebetsunterstützung erbeten hatten.  Diese Geschwister pflegen einen behinderten Sohn bewundernswert. Sie haben mir geschrieben: „Heute Nacht hat unser Sohn Husten- und Krampfanfälle bekommen. Diese gehen jetzt in Erstickungsanfälle über. Wir möchten, dass Sie fest mit daran denken, dass alles gut wird. Wir fahren jetzt zum Arzt.“ Ich habe sofort gebetet und dann geantwortet: „Ich habe eure Mail leider erst eben gelesen und konnte erst jetzt für euch beten.“ Drei Tage später berichteten mir die Eltern, es sei gegen sieben Uhr schlimmer geworden. Der Arzt habe Alarm geschlagen und sie ins Krankenhaus geschickt, es bestehe vermutlich Lebensgefahr. Gegen 15.15 Uhr wurde der Junge schließlich ruhig, und ein paar Minuten später habe er angefangen, Kirchenlieder zu singen. Der Arzt hat nach gründlicher Untersuchung gesagt: „Warum sind Sie hier? Die Junge ist gesund! Fahren Sie wieder nach Hause. Ich kann keine Gefahr erkennen.“ 

Das hat mich sehr berührt und im Glauben gestärkt, denn der, der alles in der Hand hält, der bietet diese Hilfe dir und mir jeden Tag an. Nicht immer geht alles so aus, wie wir uns das wünschen, aber immer so, dass wir uns nie allein fühlen müssen und dass wir die Weisheit erleben, die in einem alten Kirchenlied zum Ausdruck kommt,: „… der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann!“ 

Was willst du, dass ich für dich tun soll? Kommt, verschieden, wie wir sind, legt die unterschiedlichsten Bitten, die unterschiedlichsten Sorgen ans Herz dessen, der ein Herz für uns hat, aber lasst uns immer auch Prioritäten setzen. Ganz oben steht der Wunsch: Lass uns alle miteinander, die wir nun eins sind, auf dieses Ziel gerichtet, bald an dieses Ziel gelangen. Hilf du uns dabei, dann sind wir, so verschieden wie wir sind, eins im Glauben, eins im Streben und eins in der Erfüllung desselben.


Bezirksapostel:

Dieses schöne Erleben macht deutlich: Der liebe Gott ist immer noch da. Natürlich möchten wir gerne sofort Erhörung unserer Gebete haben, und manchmal tut sich scheinbar überhaupt nichts. Aber, wir erleben ihn doch immer wieder neu. Das ist sehr schön und auch ganz wichtig. 

Ihr lieben Sänger habt vorhin in verschiedenen Sprachen gesungen, die erste Strophe in Französisch. Vor 14 Tagen habe ich in Belgien den Bezirksvorsteher in den Ruhestand versetzt. Neuer Bezirksvorsteher wurde der Bezirksälteste Gehring aus Luxemburg. Ich konnte ihm zwei Bezirksevangelisten an seine Seite stellen; einen davon möchte ich euch heute vorstellen. Bezirksevangelist Nawezi wird auf Französisch dienen.


Orchester: "Alles was Odem hat"


Bezirksevangelist Navesi (übersetzt aus dem Französischen):

joomplu:4073

Der Bezirksapostel hat vom Licht des Heiligen Geistes gesprochen. Er sagte, dass Jesus Christus im Zentrum dieses Lichtkegels ist. Und ich dachte auch an die, die im Dunkeln sind und die in diesem Dunkel leiden. Sie haben an diesem Morgen den Aufruf gehört: Kommt ans Licht! Der Herr sagt zu uns: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“

Als Salomo er König wurde, hat der Ewige ihm gesagt: „Bitte, was ich dir geben soll!“ Salomo hat keinen Reichtum gefordert, keine Macht, er hat nur eines verlangt, um das Volk Israel regieren zu können: „So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis“ (vgl. 2.Chronik 1, 7.10).

Um was habt ihr den Herrn an diesem Morgen gebeten? „Herr, gib mir die Weisheit, damit ich bleiben kann im Lichtkegel! Herr, gib mir die Weisheit, damit ich dein Wort verstehen kann.“ 

Ich habe die Liebe des Bezirksapostels für die Jugend empfunden. Da kann ich mir die Liebe vorstellen, die der Herr Jesus für uns hat. Diese Liebe wird uns zum Tag des Herrn führen.


Bezirksapostel Koberstein:

Unser Bezirksevangelist erwähnte Salomo. Er erbat sich Weisheit, nicht Reichtum, nicht Macht, nicht irgendetwas. So mag das auch uns prägen. 

Ich hatte mir den Kontext des Wortes für die Vorbereitung des Abendmahles aufgehoben. Apostel Bansbach hat ihn bereits angesprochen und die Frage gestellt: Warum fragt der Herr Jesus diesen Menschen? Er weiß: Er ist blind. Ich denke an den, der am Teich Bethesda lag, 38 Jahre lang krank, und der Herr Jesus kommt und fragt ihn: „Willst du gesund werden?“ (Johannes 5,6). 

Jetzt kommen wir zum Heiligen Abendmahl. Der liebe Gott in seinem Sohn fragt uns jetzt: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Da könnte man denken: Lieber Gott, du weißt doch: Wir sind als Sünder gekommen. Das ist logisch, dass wir jetzt die Bitte haben: „Vergib uns die Sünden!“ Er fragt ganz bewusst jeden einzelnen: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Das schafft Bewusstsein im Umgang mit unserer Sündhaftigkeit. Je mehr wir die erkennen, erweckt das in uns Verlangen nach Gnade und Erlösung. Je größer unser Verlangen nach Gnade ist, umso größer wird das Maß der Gnade sein, die er uns schenkt. Es gehört zur Sündenvergebung ein Sündenbekenntnis. Und das wird hervorgerufen durch diese Frage: Was willst du denn jetzt, dass ich dir tun soll?

Dann komme ich zurück auf euer Eingangslied. Ihr habt von dem Stein gesungen, der ins Wasser fällt und Kreise zieht. Ihr habt von dem Funken gesungen, der zu hellen Flammen führt, und dann immer die Liebe Gottes damit verglichen. Die Liebe Gottes fällt in einen Menschen. Sie ist in unser Leben gefallen bei der Heiligen Wassertaufe. Sie ist in unser Leben gefallen bei der Heiligen Versiegelung. Sie fällt unter Gottes Wort in unsere Herzen. Die Liebe ist ausgegossen durch die Gabe des Heiligen Geistes in unsere Herzen, wie Apostel Paulus an die Römer schreibt. Bei jedem Heiligen Abendmahl, bei jeder Sündenvergebung, bei jedem Genuss von Leib und Blut Jesu fällt Liebe Gottes in dein Herz. Was bewirkt sie? Wie groß sind die Kreise, die sie verursacht, und wie weit reichen sie auch hin zu anderen

Liebe Jugend, mir ist wichtig, dass ihr gerade in der Feier des Heiligen Abendmahles fühlen könnt, wie unsagbar lieb euch euer Vater im Himmel hat. Dabei habe ich ein Bild vor mir: Ich machte einen Besuch bei einem 34 Jahre alten Bruder und wusste: Viele Gelegenheiten, ihn zu besuchen, werde ich nicht mehr haben. Er lag im Sterben. Wir haben viele Dinge besprochen, unter anderem seine Trauerfeier. Dann haben wir uns verabschiedet. Ich war an der Tür, und er winkte mich noch einmal zu sich ans Bett. Mit letzter Kraft erhob er sich ein wenig und sagte: „Bezirksapostel, kannst du eigentlich fühlen, wie lieb ich dich habe?“ Ich werde dieses Bild nie vergessen. 

So fühle ich mich oft meinem himmlischen Vater gegenüber. Ich wünsche euch jetzt, dass ihr fühlt, wie er diese Frage stellt: Könnt ihr eigentlich fühlen, könnt ihr wahrnehmen, erahnen, wie lieb ich euch habe? Wie schön, wenn uns das möglich ist, denn das gibt so viel Kraft bei unseren Fehlern und Unvollkommenheiten, die uns manchmal bedrücken. Vielleicht fühlt man sich einmal als Versager. Jetzt erlebt man die Liebe des Vaters. 

Wenn ihr die Sündenvergebung erlebt und im Glauben erfasst und dann den Leib und das Blut Jesu, das ist es wirklich und real, genießen dürft, dann fühlt einfach, wie diese Liebe Gottes in euer Leben fällt. Nehmt sie mit und teilt sie auch anderen mit.

Lied der Gemeinde zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl: 'Gehe nicht vorbei, o Heiland' (Gesangbuch 126, Strophe 2)

Im Anschluss betet die Gemeinde das "Unser Vater", durfte Sündenvergebung erleben und erhielt das Heilige Abendmahl.

Gemeindegesang während des Heiligen Abendmahls: 'Seele, auf ich will's verkünden' (Gesangbuch 253), 'Bei dir, Jesus, will ich bleiben' (Gesangbuch 282) und 'Dem Ziele zu' (Gesangbuch 418)

Apostel Opdenplatz führte auf das Abendmahl zum Gedächtnis an die Entschlafenen hin indem er an einige Ereignisse aus den vergangenen Wochen hinwies. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Kaufmann auf Gelände der Ballsporthalle erschossen. Eine diesjährige Konfirmandin im Senegal wurde von ihrem Vater am Tage vor Konfirmation morgens tot im Bett gefunden. Wenige Tage später verstarb Bischof Werner ebenfalls vollkommen unerwartet. Für die jenseitige Gemeinde sind Wünsche unseres irdischen Lebens nun gegenstandslos. Der Wunsch "Wir möchten Christus haben, in seinem Leib, in seinen Blut, bei seinem Wiederkommen. Dann werden wir an der Quelle des Lichtes sein." Der Apostel forderte die jugendliche Gemeinde auf: "Lasst uns alle, welche wir im Herzen tragen, nun vor den Herr bringen."


Dann wurde das Heilige Abendmahl zum Gedächtnis an die Entschlafenen gespendet. Einleitend sang die Gemeinde: 'Treff' ich dich wohl bei der Quelle' (Gesangbuch 411, Strophe 1 und 2)


Bezirksapostel Koberstein:

Der Bezirksapostejoomplu:4074l stellte fest, dass dies immer besondere Augenblicke sind. In Gesprächen mit Geistlichen anderer Konfessionen, denen er unsere Sicht des Entschlafenenwesens erläutert, höre er oft: "Das ist ja unheimlich schön für ihre Gläubigen."


Bezirksapostel Koberstein spendete das Heilige Abendmahl für die entschlafenen Seelen durch Apostel Lindemann und Apostel Haeck. Das JugendOrchester ließ diese erhebenden Augenblicke mit dem Lied "Niemals vergeht, was du liebend getan" ausklingen.


Der Gottesdienst wurde dann mit dem Schlussgebet und einem abschließenden Beitrag des Chores und Orchesters "Großer Gott wir loben dich" beendet.